Arbeit nach dem TEACCH Konzept

TEACCH ist keine bloße Therapiemethode. TEACCH steht für "Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped CHildren".Das TEACCH Programm ist keineswegs neu - seine Anfänge gehen in die 60er Jahre zurück; seit 1972 existiert es als feste Institution in North Carolina. Das im Rahmen dieses Programms entwickelte pädagogisch-therapeutische Konzept orientiert sich an folgenden Grundprinzipien:

  • Berücksichtigung aktueller Erkenntnisse über Autismus
  • Auf den Einzelfall zugeschnittene Hilfen
  • Zusammenarbeit mit den Eltern/Familien
  • Einbeziehung unterschiedlicher (wissenschaftlich fundierter) Methoden Ganzheitliche Sichtweise
  • Förderung auf der Basis einer Diagnostik, die versucht, das Verhalten des Kindes/Erwachsenen zu verstehen
  • Ansetzen an den Stärken
  • Verhaltenssteuerung durch den Versuch, Verhaltensregeln und Zusammenhänge einsichtig zu machen (Verstehen statt Dressur!).

Das Ziel ist die größtmögliche Selbständigkeit und Maximierung der Lebensqualität für Menschen mit Autismus und in ähnlicher Weise kommunikationsbehinderte Menschen. Die Betroffenen sollen die Unterstützung erhalten, die notwendig ist, um in der Gesellschaft und am jeweiligen Wohnort ein möglichst sinnerfülltes und selbständiges Leben zu führen. Hilfen für die Bewältigung des Alltags sind dabei ebenso zentral wie die Entwicklung individueller Wege der Kommunikation.

Das methodische Vorgehen im TEACCH Ansatz basiert auf entwicklungspsychologischen und kognitiv-verhaltenstherapeutischen Konzepten. Ausgehend von den nachgewiesenen Besonderheiten in der Art, des Denkens und der Verarbeitung von Reizen, werden in der pädagogisch-therapeutischen Arbeit vielfältige Formen der Strukturierung eingesetzt, um ein Lernen und Verstehen zu ermöglichen und Selbständigkeit zu fördern. Struktur hilft Zusammenhänge zu erkennen, Ereignisse vorhersehbar zu machen, Abläufe und Anforderungen zu durchschauen. Dies setzt natürlich voraus, dass der/die Betroffene die Struktur auch erkennt! Um die Struktur zu verdeutlichen und zu vermitteln, nutzt man es aus, dass viele Personen mit Autismus Informationen besser aufnehmen, wenn sie diese sehen und nicht nur hören. Daher werden alle denkbaren Formen visueller Darstellung genutzt (z.B. Bilder, Gegenstände, Markierungen, Schilder). Klare und für die jeweilige Person verständliche Strukturierungshilfen in Bezug auf Raum, Zeit, Aufgabenstellung und Material können Menschen mit Autismus nicht nur Orientierung und Sicherheit bieten, sondern ihnen auch Wege zum eigenen Handeln eröffnen. Insofern, als Strukturierung allen Beteiligten einen Bezugsrahmen bietet, ermöglicht sie vielfach erst einen Austausch und damit Kommunikation.

Aus: Dr. Anne Häußler, "SOKO Autismus: Förderung der SOzialen KOmpetenz bei Kindern und Erwachsenen mit Autismus".